CSE führt Carbonbeton-Verstärkungen aus

Im Juni haben wir hier über die dreitägige Anwenderschulung des CARBOrefit-Konsortiums berichtet und geschrieben, dass die Prüfkörper noch in der Erhärtung sind. Sie sind ausgewertet. Die Gemeinschaft für Überwachung im Bauwesen e. V. hat der CSE Construction GmbH am 1. Juli 2026 die Bescheinigung des Eignungsnachweises zum Verstärken von Stahlbetonbauteilen mit Carbonbeton erteilt, Nr. 20010.26.09, gültig bis 30. Juni 2029.

Damit dürfen wir Verstärkungen nach der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung Z-31.10-182 ausführen. Die GÜB führt die Betriebe mit diesem Nachweis in einer öffentlichen Liste.

Was geprüft wurde

Verstärkungsarbeiten mit Carbonbeton sind eine überwachungspflichtige Bauart. Ausführen darf sie nur, wer seine Eignung gegenüber einer bauaufsichtlich anerkannten Prüfstelle nachgewiesen hat — mit qualifizierten Führungskräften, geschultem Baustellenfachpersonal und der erforderlichen Prüf- und Verarbeitungstechnik. Die Prüfung fand am 13. Mai 2026 statt und umfasste Theorie, eine Demonstrationsprüfung unter realen Bedingungen und die Laborauswertung der dabei hergestellten Prüfkörper.

Was das Verfahren leistet

Im Juni-Artikel haben wir von schlanken Verstärkungsschichten von wenigen Zentimetern geschrieben. Jetzt lässt sich das präzisieren. Die Zulassung legt die Mindestschichtdicken für Typ 3 fest: eine Gitterlage zehn Millimeter, zwei Lagen fünfzehn, drei Lagen zwanzig, vier Lagen fünfundzwanzig. Mehr als vier Lagen sind nicht zulässig, der Bemessungswert der Verstärkungskraft ist auf 430 kN/m begrenzt.

Zum Vergleich: Eine konventionelle Verstärkung mit Aufbeton und Stahlbewehrung braucht meist deutlich mehr — nicht, weil so viel Beton statisch nötig wäre, sondern weil Betonstahl korrodiert und deshalb eine zentimeterdicke Betondeckung braucht. Genau diese Deckung entfällt beim Carbongitter. In Tiefgaragen mit knappen Durchfahrtshöhen und in Bestandsgebäuden mit engen Geschosshöhen ist das häufig der Punkt, an dem eine Verstärkung überhaupt erst in Betracht kommt.

Wer plant, wer ausführt

Eine Verstärkung mit Carbonbeton wird von einem Fachplanungsbüro bemessen. Es beurteilt, ob ein Bauteil im Anwendungsbereich der Zulassung liegt, wählt das Verfahren und legt Lagenzahl, Schichtdicke und Bewehrungsführung fest. Wir sind der ausführende Betrieb — das ist die normale Arbeitsteilung im Bestandsbau und dieselbe, in der wir auch die Betoninstandsetzung im Auftrag sachkundiger Planer ausführen.

Was wir mitbringen, ist die Ausführungsseite: den Eignungsnachweis, die Untergrundvorbereitung mit eigener HDW-Technik einschließlich Kleinstroboter für minimale Arbeitshöhen, Düsenführer mit Nachweis, die Dokumentation und die Fremdüberwachung. Und die Erfahrung, das abschnittsweise im laufenden Betrieb zu machen.

Sie haben eine Verstärkung geplant oder ausgeschrieben? Senden Sie uns gern die Unterlagen. Steht das Projekt noch am Anfang und es gibt noch keine Fachplanung: Sprechen Sie uns an, auf Wunsch nennen wir Ihnen Planungsbüros, die mit dem Verfahren arbeiten.

Mehr zur Leistung: Carbonbeton-Verstärkung · Alle Nachweise im Überblick: Zertifizierungen und Eignungsnachweise

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