Korrosionsschutz für Stahl- und Stahlbetonbauwerke
Korrosion ist einer der größten Feinde der Bausubstanz. An Stahlkonstruktionen wie z.B. Brücken, Parkhäusern, Hallen und Rohrleitungen verursacht sie Materialverluste und Schäden, die auf Dauer die Tragfähigkeit und Nutzung des gesamten Bauwerks gefährden. Bei Stahlbetonbauteilen greift sie die Bewehrung an und gefährdet langfristig die Standsicherheit. Sie verursacht enorme Reparaturkosten, Produktionsausfälle und kann zu Gefahren für die Sicherheit durch versagende Bauteile, wie z.B. bei Brücken, führen.
Ein fachgerechter Korrosionsschutz ist daher kein optionales Extra, sondern eine Investition in die Standsicherheit und Lebensdauer Ihres Bauwerks.
CSE Construction bietet das gesamte Spektrum des Korrosionsschutzes – vom klassischen Beschichtungssystem auf Stahlbauteilen über den Bewehrungskorrosionsschutz im Rahmen der Betoninstandsetzung bis hin zum Kathodischen Korrosionsschutz (KKS) als dauerhafte elektrochemische Lösung mit kompetenten Partnerbetrieben. Wir arbeiten normgerecht nach DIN EN ISO 12944, ZTV-ING und TR-Instandhaltung und verfügen über die erforderlichen Qualifikationen und Zertifizierungen.
Korrosionsschutz an Stahlbauwerken
Oberflächenvorbereitung durch Strahlen
Die Qualität jedes Korrosionsschutzsystems steht und fällt mit der Oberflächenvorbereitung. Korrosionsprodukte wie Rost, Walzhaut, Zunder, schlecht haftende sowie nicht mehr intakte Altbeschichtungen und Verunreinigungen müssen vollständig entfernt werden und die erforderliche Rautiefe für die Neubeschichtung muss erreicht werden. Durch die verschiedensten Verfahren wie z.B. Abrasivstrahlen mit festem Strahlmittel, Mechanische Vorbereitung, Feuchtstrahlen und Hochdruckwasserstrahlen können wir den Untergrund auf den erforderlichen Oberflächenreinheitsgrad nach DIN EN ISO 12944, oder ZTV-ING für die nachfolgenden Beschichtungen vorbereiten.
Am Schwedter Steg in Berlin haben wir 1.150 m² Stahlbrückenfläche im Reinheitsgrad Sa 2½ gestrahlt und anschließend mit einem RHD-Beschichtungssystem versehen.
Beschichtungssysteme nach DIN EN ISO 12944
Die DIN EN ISO 12944 ist das zentrale Regelwerk für den Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme. Die Norm definiert Korrosivitätskategorien von C1 (unbedeutend) bis CX (extrem) und legt die Anforderungen an Schichtaufbau, Schichtdicken und Prüfverfahren fest.
Wir verarbeiten Korrosionsschutzsysteme für alle Beanspruchungsklassen – von einfachen Industriebeschichtungen bis hin zu Hochleistungssystemen für Brücken und Bauwerke unter extremer Beanspruchung. Typische Systemaufbauten umfassen Grundbeschichtung mit Zinkstaubfarbe oder Epoxidharz-Primer, Eisenglimmerhaltige Zwischenbeschichtungen aus Epoxidharz und Deckbeschichtung aus PU- oder Acryl-Systemen für UV- und Witterungsbeständigkeit.
Die Wahl des Systems richtet sich nach der Korrosivitätskategorie, der geforderten Schutzdauer und den spezifischen Bedingungen am Bauwerk. Alle Beschichtungssysteme.
Stahlbrücken und Ingenieurbauwerke
Brücken gehören zu den anspruchsvolleren Korrosionsschutzaufgaben. Die Kombination aus Witterung, Tausalzbelastung, dynamischer Verkehrsbelastung und schwieriger Zugänglichkeit erfordert spezialisiertes Know-how und entsprechende Ausrüstung.
Wir haben zahlreiche Brückensanierungen durchgeführt, darunter diverse Fußgängerbrücken und Stege im Berliner Stadtgebiet.
Bewehrungskorrosionsschutz in Stahlbetonbauteilen
Warum korrodiert Bewehrung im Beton?
Beton bietet der Stahlbewehrung normalerweise einen natürlichen Schutz: Duch das Calciumhydroxid im Zementstein und deshalb hohen pH-Wertes (> 12,5) bildet sich eine passive Schutzschicht auf dem Bewehrungsstahl. Dieser Schutz geht verloren, wenn Chloride (aus Tausalz oder Meerwasser) in ausreichender Konzentration an die Bewehrung gelangen oder durch Einwirkung von CO2 der Beton carbonatisiert und damit der pH-Wert unter 10 absinkt.
Sobald die Passivschicht zerstört ist, beginnt die Bewehrung zu korrodieren. Dabei kommt es zu zwei völlig unterschiedlichen Korrosionsvorgängen. Bei der durch Carbonatisierung hervorgerufenen Korrosion entsteht Rost der ein deutlich größeres Volumen als der ursprüngliche Stahl besitzt. Dieser Volumenzuwachs erzeugt Sprengdrücke im Beton, die zu Rissen, Rostfahnen und Abplatzungen führen – die typischen äußeren Schadensbilder, die eine Betoninstandsetzung erforderlich machen. Bei der Chloridkorrosion, bewirkt ein elektrochemischer Vorgang, dass sich der Bewehrungsstahl punktuell auflöst (Lochfraßkorrosion) und oft ohne äußere Anzeichen zu einem Versagen der Konstruktion führen kann.
Konventioneller Bewehrungskorrosionsschutz
Im Rahmen einer Betoninstandsetzung wird geschädigter Beton entfernt, die Bewehrung freigelegt, vom Rost befreit oder zu stark geschädigter Bewehrungsstahl durch neuen ersetzt. Anschließend wird ein normgerechter Korrosionsschutz auf die Bewehrung aufgebracht, bevor die Reprofilierung mit Instandsetzungsmörtel erfolgt.
Dieses Verfahren ist bewährt und zuverlässig, setzt aber voraus, dass der chloridkontaminierte oder carbonatisierte Beton im Bewehrungsbereich entfernt wird – was z.B. bei tiefgreifender Chloridbelastung sehr aufwendig und kostspielig sein kann. Betoninstandsetzung im Detail.
Kathodischer Korrosionsschutz (KKS)
Der Kathodische Korrosionsschutz ist die Alternative, wenn eine Entfernung des chloridbelasteten Betons unwirtschaftlich oder bautechnisch nicht sinnvoll wäre. Das Funktionsprinzip ist elegant: Ein Anodensystem wird in die Betonoberfläche eingebettet oder auf ihr befestigt. Durch Anlegen einer geringen Spannung wird der Bewehrungsstahl zur Kathode und die Korrosion wird elektrochemisch gestoppt – dauerhaft und ohne den kontaminierten Beton entfernen zu müssen.
KKS ist besonders wirtschaftlich bei großflächiger Chloridbelastung, bei Bauteilen, an denen ein umfangreicher Betonabtrag die Tragfähigkeit gefährden würde, und an Bauwerken, bei denen die Nutzung während der Sanierung möglichst wenig eingeschränkt werden soll.
Wir haben KKS-Systeme gemeinsam mit kompetenten Partnerbetrieben in mehreren Großprojekten erfolgreich eingebaut:
Tiefgarage Caroline-Michaelis-Straße, Berlin – Über 10.000 m². KKS-System in der Bodenplatte mit ergänzender OS 8 Beschichtung. Eines der größten KKS-Projekte im Tiefgaragenbereich in Berlin.
Tiefgarage Carnotstraße, Berlin – Zweigeschossige Tiefgarage mit KKS-System, OS 11a auf Zwischendecken und OS 8 auf der Bodenplatte.
Das KKS-System wird nach dem Einbau dauerhaft überwacht. Über eingebaute Referenzelektroden lässt sich jederzeit prüfen, ob der Schutzstrom ausreichend ist und die Bewehrung vollständig geschützt wird. Mehr zur Parkhaus- und Tiefgaragensanierung.
Rissinjektion als Korrosionsschutzmaßnahme
Risse in Betonbauteilen sind Einfallstore für Luftschadstoffe wie CO2, Wasser und Chloride und beschleunigen die Bewehrungskorrosion erheblich. Durch fachgerechte Rissinjektion werden Risse dauerhaft geschlossen und der Korrosionsschutz wiederhergestellt.
Je nach Anforderung setzen wir kraftschlüssige Injektionen mit Epoxidharz ein, die die monolithische Tragstruktur wiederherstellen, oder dehnfähige Injektionen mit Polyurethan- bzw. Acrylharzen bei beweglichen oder wasserführenden Rissen. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach Rissursache, Rissbreite und dem jeweiligen Schutzziel. Unsere Abdichtungs- und Injektionsverfahren.
Korrosionsschutz an Industriebauwerken
Industriebauten sind häufig besonders aggressiven Bedingungen ausgesetzt – chemische Beanspruchung, hohe Temperaturen, Feuchtigkeit und mechanischer Abrieb. Wir haben Erfahrung mit der Sanierung und dem Korrosionsschutz von Industrietürmen und Schornsteinen, Kläranlagen und Wasserbauwerken, Produktions- und Lagerhallen sowie Behältern und Auffangwannen.
Bei der Sanierung zweier über 20 m hoher Industrietürme in Brandenburg haben wir nach HDW-Reinigung ein vollflächiges OS 5a Beschichtungssystem aufgebracht. An einer Schleusenkammer in Sachsen-Anhalt haben wir eine 20 m hohe vertikale Fuge mit Spezialinjektionen und CSE-eigener Technik instandgesetzt.
Normen und Regelwerke
Unser Korrosionsschutz erfolgt nach den aktuell geltenden Regelwerken:
DIN EN ISO 12944 – Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme. Die zentrale Norm für den Stahlkorrosionsschutz mit Festlegungen zu Korrosivitätskategorien, Schutzdauern und Systemaufbauten.
TR-Instandhaltung (DIBt) – Technische Regel für die Instandhaltung von Betonbauwerken. Regelt unter anderem den Bewehrungskorrosionsschutz im Rahmen der Betoninstandsetzung.
ZTV-Ing – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Ingenieurbauten. Gilt insbesondere für Brücken und Ingenieurbauwerke im öffentlichen Bereich.
DIN EN ISO 8501 – Oberflächenreinheitsgrade für die Vorbereitung von Stahloberflächen. Definiert die Anforderungen an den Reinheitsgrad vor der Beschichtung.
DAfStb-Richtlinie Schutz und Instandsetzung – Ergänzende Festlegungen zum Korrosionsschutz der Bewehrung bei der Betoninstandsetzung.
Unsere Referenzprojekte
Tiefgarage Carnotstraße, Berlin – KKS-System in Kombination mit OS 11a und OS 8 Beschichtung.
Olympiastadion, Berlin – Korrosionsschutz und Fugensanierung am denkmalgeschützten Bauwerk.
Unsere Qualifikationen
RAL-Gütezeichen für Betoninstandhaltung – Nachweis besonderer Sachkunde und Ausstattung für Korrosionsschutzarbeiten an Stahlbetonbauteilen.
HAVO-Nachweis – Besondere fachliche Eignung für die Ausführung von Schutz- und Instandsetzungsarbeiten.
Qualifizierte Führungskräfte nach TR Instandhaltung – Unsere Bauleiter und Poliere verfügen über die geforderten Qualifikationen.
SIVV-Schein – Alle Facharbeiter auf Korrosionsschutzbaustellen besitzen den erforderlichen Sachkundenachweis.
Erfahrung mit KKS-Systemen – Nachgewiesene Kompetenz durch mehrere erfolgreich realisierte Großprojekte.
Häufige Fragen zum Korrosionsschutz
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An Stahlbauwerken wie Brücken wird der Korrosionsschutz als Beschichtungssystem direkt auf die Stahloberfläche aufgebracht – nach DIN EN ISO 12944. Bei Stahlbeton korrodiert die im Beton eingebettete Bewehrung. Hier erfolgt der Schutz entweder durch konventionelle Betoninstandsetzung mit Bewehrungskorrosionsschutz oder durch den Kathodischen Korrosionsschutz (KKS).
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KKS ist besonders wirtschaftlich, wenn große Flächen von Chloridkontamination betroffen sind und ein vollständiger Betonaustausch unverhältnismäßig teuer wäre. Als Faustregel: Je großflächiger die Chloridbelastung und je tiefer die Eindringtiefe, desto wirtschaftlicher wird KKS im Vergleich zum konventionellen Verfahren.
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Die Schutzdauer hängt vom gewählten System und der Korrosivitätskategorie ab. DIN EN ISO 12944 unterscheidet niedrige (7–15 Jahre), mittlere (15–25 Jahre) und hohe Schutzdauer (über 25 Jahre). Mit einem hochwertigen Systemaufbau und fachgerechter Verarbeitung sind Schutzdauern von über 25 Jahren realistisch.
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Sie benötigen Korrosionsschutz für Ihr Bauwerk? Ob Stahlbrücke, Tiefgarage oder Industrieanlage – wir beraten Sie gerne und entwickeln die optimale Schutzstrategie.
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