Betoninstandsetzung nach geltenden Regelwerken (TR Instandhaltung, ZTV-Ing etc.)
Bauwerke aus Stahlbeton sind dauerhaft – aber nicht unverwüstlich. Über Jahrzehnte hinweg greifen Witterung, Chloride, Carbonatisierung und mechanische Belastung die Betonsubstanz an. Wird nicht rechtzeitig eingegriffen, drohen Bewehrungskorrosion, Abplatzungen und im schlimmsten Fall die Gefährdung der Standsicherheit.
CSE Construction ist auf die fachgerechte Instandsetzung von Betonbauwerken spezialisiert. Wir arbeiten normgerecht nach den aktuellen Regelwerken – der TR Instandhaltung des DIBt, der Instandsetzungsrichtlinie des DAfStb sowie der ZTV-Ing – und verfügen über sämtliche erforderlichen Qualifikationen und Zertifizierungen. Mit über 100 Mitarbeitern und eigener Spezialausrüstung setzen wir Projekte jeder Größenordnung bundesweit um.
Wann ist eine Betoninstandsetzung erforderlich?
Betonschäden entwickeln sich oft schleichend. Wenn die ersten Symptome sichtbar werden, ist der Schaden im Inneren des Bauteils häufig schon weiter fortgeschritten als äußerlich erkennbar. Typische Anzeichen, die eine Instandsetzung erforderlich machen, sind:
Betonabplatzungen und freiliegende Bewehrung – ein klares Zeichen für fortgeschrittene Korrosion. Rostfahnen auf der Betonoberfläche – die Bewehrung korrodiert und das Korrosionsprodukt tritt an die Oberfläche. Risse in Bauteilen – sie ermöglichen das Eindringen von Wasser und Schadstoffen und beschleunigen den Schädigungsprozess. Durchfeuchtung und Wasseraustritte – ein Hinweis auf fehlende oder defekte Abdichtungen. Hohlstellen unter der Oberfläche – erkennbar durch Abklopfen oder messtechnische Verfahren. Fortgeschrittene Carbonatisierung – der natürliche pH-Wert des Betons sinkt und der passive Korrosionsschutz der Bewehrung geht verloren.
Wenn Sie solche Schäden an Ihrem Bauwerk beobachten, empfehlen wir eine zeitnahe Untersuchung durch einen sachkundigen Planer. Je früher eine Betoninstandsetzung eingeleitet wird, desto wirtschaftlicher ist die Maßnahme.
Unser Leistungsspektrum
Bauwerksuntersuchung und Diagnostik
Eine fundierte Diagnostik ist die Grundlage jeder erfolgreichen Instandsetzung. Wir führen im Auftrag des sachkundigen Planers oder als eigene Leistung umfassende Untersuchungen durch:
Chloridprofilmessungen zur Bestimmung von Eindringtiefe und Konzentration chloridhaltiger Schadstoffe im Beton. Potentialfeldmessungen zur Lokalisierung aktiver Korrosionsbereiche an der Bewehrung. Ermittlung der Betondeckung mittels Bewehrungssuchgerät. Bestimmung der Carbonatisierungstiefe durch Indikatorprüfung. Entnahme und Laborauswertung von Bohrkernen zur Beurteilung der Betonfestigkeit und -zusammensetzung. Schadstoffanalysen, etwa auf Asbest oder andere relevante Schadstoffe.
Die Ergebnisse fließen in das Instandsetzungskonzept ein und bestimmen Art und Umfang der erforderlichen Maßnahmen.
Betonabtrag und Untergrundvorbereitung
Bevor neues Material eingebracht werden kann, muss geschädigter Beton fachgerecht entfernt und der Untergrund vorbereitet werden. Wir beherrschen alle gängigen Verfahren:
Hochdruckwasserstrahlen (HDW) ist unser bevorzugtes Verfahren für den Betonabtrag. HDW arbeitet erschütterungsfrei und schont die verbleibende Betonsubstanz sowie die vorhandene Bewehrung. Der Abtrag ist steuerbar und erzeugt eine ideale, raue Oberfläche für den Haftverbund mit dem neuen Instandsetzungsmörtel. Wir verfügen über einen eigenen HDW-Kleinstroboter, der auch unter extrem beengten Verhältnissen eingesetzt werden kann – bei der Sanierung des Liquidrom in Berlin haben wir damit unter einer Arbeitshöhe von nur 80 cm gearbeitet.
Fräsen und Kugelstrahlen setzen wir für die großflächige Untergrundvorbereitung von Bodenflächen ein, etwa in Tiefgaragen und Parkhäusern, wo die oberste Betonschicht mitsamt der alten Beschichtung entfernt werden muss.
Sandstrahlen und Druckluftstrahlen kommen zum Einsatz, wenn Oberflächen gereinigt und aufgeraut werden müssen, beispielsweise bei der Vorbereitung von Fassaden- oder Stahloberflächen.
Bewehrungskorrosionsschutz
Freiliegende Bewehrung wird zunächst vollständig vom Rost befreit – in der Regel durch Strahlen auf den erforderlichen Reinheitsgrad. Anschließend wird ein normgerechter Korrosionsschutz aufgebracht, der die Bewehrung dauerhaft vor erneuter Korrosion schützt.
Reprofilierung und Betonersatz
Die Wiederherstellung des ursprünglichen Bauteilquerschnitts erfolgt mit geprüften Instandsetzungsmörteln, abgestimmt auf die jeweilige Anforderung:
RM/PCC-Mörtel (polymermodifizierter Zementmörtel) für die Reprofilierung von Bodenflächen, Deckenuntersichten und vertikalen Flächen. SRM/SPCC-Mörtel (spritzbarer PCC) im Nassspritzverfahren für großflächige Anwendungen und schwer zugängliche Bereiche, etwa an Stützen und Wandsockeln. Spritzbeton für großflächige Reprofilierungen und statische Verstärkungen. Vergussbeton und Ortbeton für den Ersatz ganzer Bauteilbereiche, etwa bei der Erneuerung von Aufbeton in Tiefgaragen.
Bei Bedarf wird zusätzliche Bewehrung eingebaut, um die Tragfähigkeit des Bauteils wiederherzustellen oder zu erhöhen. In der Tiefgarage Berner Straße in Berlin haben wir beispielsweise einen komplett neuen, stahlfaserarmierten Aufbeton eingebaut, der zusätzlich mit Metallwinkeln rückverankert wurde.
Rissinstandsetzung
Risse in Betonbauteilen müssen je nach Ursache und Anforderung unterschiedlich behandelt werden. Wir bieten das gesamte Spektrum der Rissbehandlung:
Kraftschlüssige Rissinjektion mit Epoxidharz zur Wiederherstellung der monolithischen Tragstruktur. Dehnfähige Rissinjektion mit Polyurethan- oder Acrylharzen bei beweglichen Rissen oder wasserführenden Rissen. Rissbandagen und Risstränkungen für die oberflächennahe Behandlung von Rissnetzwerken. Zementbasierte Rissinjektionen für breite Risse und Hohlräume.
Oberflächenschutzsysteme
Nach der Instandsetzung wird das Bauteil mit einem geeigneten Oberflächenschutzsystem dauerhaft geschützt. Je nach Beanspruchung und Bauteil kommen verschiedene Systeme zum Einsatz: OS 2, OS 4, OS 5a/b, OS 8, OS 10, OS 11a/b, OS 14.
Die Wahl des richtigen Systems richtet sich nach dem Bauteil, der Beanspruchung und den Vorgaben des Instandsetzungskonzepts.
Einsatzbereiche
Unsere Betoninstandsetzungsleistungen kommen in unterschiedlichsten Bauwerkstypen zum Einsatz:
Tiefgaragen und Parkhäuser – von der Einzelmaßnahme bis zur Komplettsanierung mit über 10.000 m². Brücken und Ingenieurbauwerke – Beschichtung, Fugensanierung und Betonabtrag an Stahlbrücken und Betonbrücken. Industriebauwerke – Sanierung von Türmen, Behältern, Kläranlagen und Produktionsanlagen unter anspruchsvollen Randbedingungen. Wohn- und Geschäftsgebäude – Balkonsanierung, Fassadeninstandsetzung und Kellerabdichtung. Schleusen und Wasserbauwerke – Fugeninstandsetzung und Abdichtung unter Wasserdruck. Denkmalgeschützte Bauwerke – behutsame Sanierung mit Respekt vor der historischen Substanz, wie bei unserer Arbeit am Olympiastadion Berlin.
Unsere Referenzprojekte
Liquidrom, Berlin – Betoninstandsetzung unter extremen Platzverhältnissen. HDW-Betonabtrag mit Kleinstroboter bei nur 80 cm Arbeitshöhe, Einbau neuer Bewehrung und OS 8 Beschichtung auf 400 m².
Olympiastadion, Berlin – Fugensanierung an einem denkmalgeschützten Bauwerk. PU-Abdichtung und PMMA-Fugensystem am Marathontor.
Industrietürme, Brandenburg – Sanierung zweier über 20 m hoher Industrietürme. HDW-Reinigung und vollflächiges OS 5a Beschichtungssystem im Zweischichtbetrieb.
Schleusenkammer, Sachsen-Anhalt – Fugeninstandsetzung an einer 20 m hohen vertikalen Fuge. Spezialinjektionen und Einschlagprofil mit CSE-eigener Spezialtechnik.
Schwedter Steg, Berlin – Erneuerung der Dünnbeläge auf 1.150 m² Stahlbrückenfläche. Strahlen auf Sa 2½ und RHD-Beschichtungssystem.
Balkone Domaquaree, Berlin – Balkonsanierung an einem Hotelkomplex im laufenden Betrieb. Abdichtung, Korrosionsschutz und OS 5a Beschichtung.
Seniorenwohnheim Am Weigandufer, Berlin – Vollständige Fassadensanierung mit Reinigung, Putzreparatur und Neuanstrich.
Zahlreiche Tiefgaragen und Parkhäuser bundesweit – darunter Projekte in Berlin, Mannheim, Lörrach und Chemnitz mit Flächen von 500 bis über 10.000 m².
Unsere Qualifikationen und Zertifizierungen
Die Betoninstandsetzung ist ein Fachgebiet mit hohen Anforderungen an Personal und Unternehmen. CSE Construction verfügt über alle relevanten Nachweise:
RAL-Gütezeichen für Betoninstandhaltung – ausgestellt durch die Güteschutzgemeinschaft Betoninstandsetzung. Qualifizierte Führungskräfte in der Betoninstandhaltung nach TR Instandhaltung. SIVV-Schein für alle Facharbeiter auf Betonbaustellen. WHG-Fachbetrieb – zertifiziert durch TÜV Nord für Beschichtungen nach dem Wasserhaushaltsgesetz. HAVO-Nachweis für besondere fachliche Eignung. Aktive Mitarbeit in Fachausschüssen und Gremien, u.a. bei der Güteschutzgemeinschaft Betoninstandsetzung und bei der Erarbeitung von DIN-Normen.
Diese Qualifikationen sind nicht nur Papier – sie spiegeln die tägliche Praxis unserer Ingenieure, Bauleiter, Poliere und Facharbeiter wider.
Häufige Fragen zur Betoninstandsetzung
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Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe oft synonym verwendet. Fachlich umfasst die Betoninstandsetzung alle Maßnahmen zur Wiederherstellung des Soll-Zustands eines Betonbauteils – also Betonabtrag, Korrosionsschutz, Reprofilierung und Oberflächenschutz. Betonsanierung wird häufig als übergeordneter Begriff verwendet, der auch die Planung und Diagnostik einschließt.
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Die wesentlichen Regelwerke sind die TR Instandhaltung (Technische Regel des DIBt), die Instandsetzungsrichtlinie des DAfStb (Deutscher Ausschuss für Stahlbeton), die DIN EN 1504 (europäische Norm für Produkte und Systeme), die DIN 18532-6 (Abdichtungsnorm) sowie die ZTV-Ing für Ingenieurbauten. Wir arbeiten selbstverständlich nach allen aktuell geltenden Regelwerken.
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Die Dauer hängt stark vom Umfang und der Zugänglichkeit ab. Kleine Maßnahmen können in wenigen Wochen abgeschlossen sein, Großprojekte wie die Sanierung einer 10.000 m² Tiefgarage dauern typischerweise 6 bis 12 Monate. Wir legen großen Wert auf eine realistische Zeitplanung und termingerechte Fertigstellung.
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Wir bieten Bauwerksuntersuchungen und Zustandsbewertungen an und arbeiten eng mit sachkundigen Planern zusammen. Für die Erstellung eines vollständigen Instandsetzungskonzepts empfehlen wir die Beauftragung eines unabhängigen sachkundigen Planers, da Planung und Ausführung nach den Regelwerken getrennt sein sollten.
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