WHG-Beschichtung – Fachbetrieb nach Wasserhaushaltsgesetz
Überall dort, wo wassergefährdende Stoffe gelagert, abgefüllt oder umgeschlagen werden, gelten die strengen Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG). Auffangwannen, Tankräume, Abfüllflächen und andere Rückhalteeinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass austretende Stoffe sicher aufgefangen werden und nicht in Boden oder Gewässer gelangen können. Eine fachgerechte WHG-Beschichtung ist dafür die entscheidende Schutzbarriere.
CSE Construction ist als WHG-Fachbetrieb durch den TÜV Nord zertifiziert. Wir sind berechtigt, Beschichtungen in LAU-Anlagen (Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Stoffe) und HBV-Anlagen (Anlagen zum Herstellen, Behandeln und Verwenden) auszuführen. Dabei setzen wir ausschließlich Beschichtungssysteme mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) ein.
Was ist eine WHG-Beschichtung?
Eine WHG-Beschichtung ist ein chemikalienbeständiges Beschichtungssystem, das Betonoberflächen in Auffangräumen und Rückhalteeinrichtungen dauerhaft gegen das Eindringen wassergefährdender Stoffe schützt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bodenbeschichtungen müssen WHG-Systeme spezifische Anforderungen erfüllen:
Chemische Beständigkeit gegen die konkret gelagerten Medien – je nach Stoffgruppe können das Mineralölprodukte, Säuren, Laugen, Lösemittel oder andere aggressive Substanzen sein. Dichtigkeit gegenüber den gelagerten Stoffen über die gesamte Nutzungsdauer. Mechanische Beständigkeit gegen die Beanspruchung im jeweiligen Einsatzbereich. Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) durch das DIBt für den konkreten Anwendungsfall.
Die Anforderungen sind in der AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) und den zugehörigen technischen Regeln festgelegt. Die Einstufung der wassergefährdenden Stoffe erfolgt in Wassergefährdungsklassen (WGK 1 bis WGK 3), die maßgeblich die Anforderungen an das Beschichtungssystem bestimmen.
DIBt-Zulassungen und Stoffgruppen
Das DIBt erteilt allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für Beschichtungssysteme in LAU-Anlagen. Die Zulassungen definieren genau, gegen welche Stoffgruppen ein System beständig ist.
Nicht jedes Beschichtungssystem ist gegen alle Stoffgruppen beständig. Die Auswahl des richtigen Systems ist daher immer abhängig von den konkret gelagerten oder umgeschlagenen Stoffen. Wir beraten Sie bei der Zuordnung und Systemauswahl und stellen sicher, dass die eingesetzte Beschichtung über die passende DIBt-Zulassung verfügt.
Einsatzbereiche
Unsere WHG-Beschichtungen kommen in verschiedensten Anlagentypen zum Einsatz:
Auffangwannen und Tankräume
Der klassische Einsatzbereich für WHG-Beschichtungen. Auffangwannen unter Tanks, Fässern oder IBC-Containern müssen die gesamte Lagermenge bei Leckage sicher zurückhalten können. Die Beschichtung muss gegen die gelagerten Medien beständig und langfristig dicht sein.
Abfüllflächen und Umschlagbereiche
Flächen, auf denen wassergefährdende Stoffe umgefüllt oder verladen werden, benötigen eine flüssigkeitsdichte Beschichtung mit ausreichender mechanischer Beständigkeit gegen den Fahrzeugverkehr und die Belastung durch Ladungsträger.
Produktionsbereiche
In Betrieben, die mit wassergefährdenden Stoffen produzieren, müssen die Bodenflächen und ggf. auch Wandsockel WHG-konform beschichtet sein. Hier kommen häufig Systeme mit hoher Verschleißfestigkeit und kombinierter chemisch-mechanischer Beständigkeit zum Einsatz.
Parkbauten mit WHG-Anforderungen
In bestimmten Fällen unterliegen auch Tiefgaragen und Parkhäuser den WHG-Anforderungen – etwa wenn sie in Wasserschutzgebieten liegen oder wenn die Nutzung eine Einstufung als LAU-Anlage erfordert. Hier verbinden wir unser Know-how aus der Parkbauwerksanierung mit der WHG-Fachkompetenz.
Transformatorenstationen und Energieanlagen
Transformatoren enthalten große Mengen Isolieröl, das als wassergefährdender Stoff eingestuft ist. Die Auffangwannen und -räume müssen WHG-konform beschichtet sein.
Beschichtungssysteme und Materialien
Für WHG-Beschichtungen kommen verschiedene Materialbasen zum Einsatz, jeweils mit spezifischen Eigenschaften:
Epoxidharzsysteme (EP) bieten hohe chemische Beständigkeit und eignen sich für ein breites Spektrum an Stoffgruppen. Sie sind der Standard für die meisten WHG-Anwendungen und verfügen über zahlreiche DIBt-Zulassungen.
Polyurethansysteme (PU) zeichnen sich durch hohe Elastizität und gute Rissüberbrückung aus. Sie eignen sich besonders dort, wo neben der chemischen Beständigkeit auch eine gewisse Verformungsfähigkeit gefordert ist.
Vinylester- und Novolaksysteme bieten höchste chemische Beständigkeit, insbesondere gegen aggressive Säuren und Lösemittel. Sie kommen in der chemischen Industrie und bei besonders anspruchsvollen Medien zum Einsatz.
PMMA-Systeme ermöglichen eine schnelle Aushärtung auch bei niedrigen Temperaturen und eignen sich für Anwendungen, bei denen minimale Stillstandszeiten gefordert sind.
Die Schichtdicken liegen typischerweise zwischen 2 und 6 mm, je nach System und Beanspruchung. Bei befahrenen Flächen oder hoher mechanischer Belastung können auch dickere Aufbauten erforderlich sein.
Untergrundvorbereitung und Ausführung
Die Qualität einer WHG-Beschichtung hängt wesentlich von der Untergrundvorbereitung ab. Der Betonuntergrund muss frei von Rissen, Fehlstellen, Verschmutzungen und aufsteigender Feuchtigkeit sein. Unsere Vorbereitungsmaßnahmen umfassen Kugelstrahlen und Fräsen zur Herstellung der erforderlichen Oberflächenrauheit, Sanierung von Rissen und Fehlstellen vor der Beschichtung, Feuchtigkeitsmessung des Untergrunds zur Sicherstellung der Beschichtungsfähigkeit sowie Grundierung mit systemspezifischen Primern für optimale Haftung.
Die Verarbeitung erfolgt durch geschultes Fachpersonal unter Einhaltung der Verarbeitungsvorschriften des jeweiligen Systemherstellers und der Vorgaben der DIBt-Zulassung. Alle Arbeitsschritte werden dokumentiert und protokolliert.
Prüfung und Abnahme
Nach Fertigstellung der WHG-Beschichtung erfolgen umfangreiche Prüfungen, um die Dichtigkeit und Qualität sicherzustellen:
Schichtdickenmessung an definierten Messpunkten zur Überprüfung der Mindestschichtdicke. Funkenprüfung (Hochspannungsprüfung) zur Detektion von Fehlstellen und Poren in der Beschichtung. Haftfestigkeit mittels Abreißprüfung zur Kontrolle der Verbundfestigkeit zum Untergrund. Visuelle Kontrolle auf Blasen, Krater, Verfärbungen oder andere Oberflächendefekte.
Die Prüfergebnisse werden in einem Abnahmeprotokoll dokumentiert, das dem Anlagenbetreiber als Nachweis gegenüber Behörden und Versicherungen dient.
Wartung und Instandhaltung
WHG-Beschichtungen unterliegen einer regelmäßigen Prüfpflicht. Anlagenbetreiber sind verpflichtet, die Beschichtung in festgelegten Intervallen auf ihren Zustand prüfen zu lassen. Wir unterstützen Sie bei regelmäßigen Zustandsprüfungen und Begutachtungen, der Ausbesserung lokaler Beschädigungen und Verschleißstellen, der Erstellung von Prüfberichten und Dokumentationen sowie Erneuerungsbeschichtungen, wenn die Nutzungsdauer des bestehenden Systems erreicht ist.
Eine rechtzeitige Wartung verlängert die Lebensdauer der Beschichtung erheblich und vermeidet kostspielige Kompletterneuerungen.
Unsere Qualifikationen
WHG-Fachbetrieb – zertifiziert durch TÜV Nord gemäß AwSV. Berechtigt zur Ausführung von Beschichtungen in LAU- und HBV-Anlagen.
RAL-Gütezeichen für Betoninstandhaltung – Nachweis besonderer Sachkunde auch für die Untergrundvorbereitung und Betoninstandsetzung vor der WHG-Beschichtung.
Geschultes Fachpersonal – unsere Mitarbeiter sind in der Verarbeitung der eingesetzten Systeme vom jeweiligen Hersteller geschult und zertifiziert.
Erfahrung mit DIBt-zugelassenen Systemen namhafter Hersteller – wir arbeiten mit den Systemen der führenden Hersteller im WHG-Bereich..
Häufige Fragen zum Korrosionsschutz
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Immer dann, wenn Sie mit wassergefährdenden Stoffen umgehen – also lagern, abfüllen, umschlagen, herstellen, behandeln oder verwenden – und die Anlage über Rückhalteeinrichtungen wie Auffangwannen verfügen muss. Die AwSV und die jeweilige Landesbauordnung legen fest, welche Anlagen betroffen sind.
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Die zuständige Wasserbehörde kann die Stilllegung der Anlage anordnen, bis ein ordnungsgemäßer Zustand hergestellt ist. Darüber hinaus drohen bei Verstößen gegen das WHG Bußgelder und bei Gewässerverunreinigungen strafrechtliche Konsequenzen. Auch der Versicherungsschutz kann bei fehlender oder mangelhafter WHG-Beschichtung entfallen.
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Ja, nach AwSV dürfen Arbeiten an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen nur von zertifizierten Fachbetrieben ausgeführt werden. CSE Construction ist als WHG-Fachbetrieb durch den TÜV Nord zertifiziert und erfüllt alle Anforderungen.
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Die Nutzungsdauer hängt vom System, der chemischen Beanspruchung und der mechanischen Belastung ab. Typische Nutzungsdauern liegen bei 10 bis 20 Jahren. Regelmäßige Prüfungen und rechtzeitige Ausbesserungen können die Lebensdauer erheblich verlängern.
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