Beschichtungssysteme und Oberflächenschutz
Beton ist ein robuster Baustoff – aber ohne geeigneten Oberflächenschutz ist er den Belastungen durch Chloride, Feuchtigkeit, Chemikalien und mechanischen Abrieb langfristig nicht gewachsen. Das richtige Beschichtungssystem entscheidet darüber, wie lange eine Sanierung hält und ob das Bauwerk dauerhaft geschützt bleibt.
CSE Construction verarbeitet das gesamte Spektrum der Oberflächenschutzsysteme nach DIN EN 1504 und TR Instandhaltung. Von der starren Bodenbeschichtung bis zum rissüberbrückenden Hochleistungssystem, von der Wandbeschichtung bis zur WHG-konformen Auffangwannenbeschichtung – wir wählen gemeinsam mit dem Planer das optimale System für Ihr Bauwerk und setzen es fachgerecht um.
Oberflächenschutzsysteme im Überblick
Die Bezeichnungen OS 2, OS 4, OS 8 und so weiter stammen aus den deutschen Bauregelwerken und definieren Anforderungen an Schichtdicke, Rissüberbrückung, chemische Beständigkeit und Abriebfestigkeit. Jedes System ist für bestimmte Bauteile und Beanspruchungen konzipiert. Hier ein Überblick über die Systeme, die wir regelmäßig verarbeiten:
OS 2 – Hydrophobierung
OS 2 ist eine wasserabweisende Imprägnierung, die das Eindringen von Feuchtigkeit und Schadstoffen in den Beton reduziert, ohne eine sichtbare Schicht auf der Oberfläche zu bilden. Das System eignet sich für Sichtbetonflächen, Fassaden und Bauteile, die ihren natürlichen Betoncharakter behalten sollen. OS 2 wird typischerweise als ergänzende Schutzmaßnahme nach einer Betoninstandsetzung eingesetzt.
OS 4 – Beschichtung für Wände und Decken
OS 4 ist ein filmbildendes Beschichtungssystem für vertikale und überkopf liegende Flächen. Es schützt Wände, Decken und Stützen in Tiefgaragen, Parkhäusern und Industriebauten vor Carbonatisierung und Feuchteeintritt. In Kombination mit farblicher Gestaltung verbessert OS 4 gleichzeitig die Helligkeit und Orientierung in Parkbauten. Wir setzen OS 4 standardmäßig bei Tiefgaragensanierungen ein, um Wände und Stützen dauerhaft zu schützen.
OS 5a – Rissüberbrückender Anstrich für Fassaden
OS 5a ist ein elastisches Beschichtungssystem für Außenflächen und Fassaden. Es überbrückt feine Risse und schützt die Fassade vor Witterungseinflüssen und Carbonatisierung. Bei der Sanierung der Industrietürme in Brandenburg haben wir ein vollflächiges OS 5a System im Zweischichtbetrieb auf über 20 m Höhe aufgebracht.
OS 8 – Starres Beschichtungssystem für Bodenflächen
OS 8 ist ein häufig eingesetztes Bodenbeschichtungssystem in Tiefgaragen und Parkhäusern. Es besteht in der Regel aus einer Grundierung, einer Zwischenbeschichtung und einer abriebfesten Deckschicht, häufig mit Einstreuung für Rutschsicherheit. OS 8 bietet zuverlässigen Schutz gegen Chlorideintrag und mechanischen Verschleiß.
Das System eignet sich besonders für Bodenplatten und Flächen mit geringer Rissneigung. Dort, wo mit Rissbewegungen zu rechnen ist, kommen stattdessen oft rissüberbrückende Systeme wie OS 11 zum Einsatz.
Wir haben OS 8 in zahlreichen Projekten verarbeitet, unter anderem auf über 10.000 m² in der Tiefgarage Caroline-Michaelis-Straße in Berlin und auf 7.000 m² in der Tiefgarage Friedrichstraße in Berlin.
OS 10 – Rissüberbrückendes System
OS 10 ist ein hochelastisches, rissüberbrückendes Beschichtungssystem, oft schnellhärtend aufgebaut. Die Flächen sind dann bereits nach wenigen Stunden wieder befahrbar, auch bei niedrigen Temperaturen. Das macht diese Systeme beliebt für Rampen und Durchfahrtsbereiche, die nicht lange gesperrt werden können, sowie für Sanierungen im laufenden Betrieb, bei denen minimale Ausfallzeiten entscheidend sind.
In der Tiefgarage Wallstraße in Berlin haben wir ein OS 10 Rampensystem mit integrierter Rampenheizung eingebaut. An der Caroline-Michaelis-Straße kam OS 10 auf den Rampenflächen zum Einsatz, während die Stellplatzflächen mit OS 8 beschichtet wurden.
OS 11 – Rissüberbrückendes System
OS 11a und OS 11b sind für befahrene Parkdeckflächen entwickelt, bei denen mit Rissbewegungen im Beton zu rechnen ist. Im Gegensatz zu OS 8 kann OS 11 Risse dynamisch überbrücken und verhindert so das Eindringen von chloridhaltigem Wasser durch die Decke in darunterliegende Geschosse.
OS 14 – Beschichtung mit erhöhten Anforderungen
OS 14 kommt dort zum Einsatz, wo besonders hohe Anforderungen an Rissüberbrückung bestehen.
Schnellhärtende Beschichtungssysteme – Sanierung im laufenden Betrieb
Schnellhärtende Systeme (z.B. auf Basis PMMA, Polyurea oder Polyurethan, Polyaspartic) verdienen besondere Erwähnung, da sie einen entscheidenden Vorteil bieten. Während konventionelle Epoxidharz- oder die meisten PU-Systeme oft mehrere Tage Aushärtezeit benötigen, sind die Flächen dann bereits nach 1–2 Stunden begehbar und nach wenigen Stunden befahrbar.
Für Betreiber von Parkhäusern und Tiefgaragen bedeutet das minimale Ausfallzeiten und geringere Nutzungseinschränkungen. Wir setzen diese Systeme gezielt dort ein, wo schnelle Wiederverfügbarkeit gefragt ist – auf Rampen, in Durchfahrtsbereichen und bei abschnittsweisen Sanierungen im laufenden Betrieb.
Ein weiterer Vorteil: Schnellhärtende Systeme härten meist auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig aus, was den Einsatz in unbeheizten Tiefgaragen auch in den Wintermonaten ermöglicht.
Spritzfolien-Systeme
Neben den klassischen OS-Systemen setzen wir Spritzfolien-Beschichtungen (Polyurea sowie Hybridsysteme) ein. Diese fugenlosen, hochelastischen Systeme werden im Spritzverfahren aufgebracht und eignen sich besonders für komplexe Geometrien und schwer zugängliche Bereiche, Abdichtungsaufgaben als Alternative zu klassischen Abdichtungsbahnen sowie Flächen mit hohen Anforderungen an Rissüberbrückung und Elastizität.
In der Tiefgarage Diestelmeyerstraße in Berlin haben wir eine innovative Abdichtung mit fugenloser Spritzfolie realisiert. In Chemnitz kam ein Polyurea OS 10 System im Heißspritzverfahren zum Einsatz.
WHG-konforme Beschichtungen
Beschichtungen in LAU-Anlagen (Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Stoffe) unterliegen den strengen Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG). CSE Construction ist als WHG-Fachbetrieb durch den TÜV Nord zertifiziert und berechtigt, Beschichtungen in Auffangwannen, Tankräumen und anderen WHG-relevanten Bereichen auszuführen.
Mehr zu unseren WHG-Leistungen erfahren Sie auf unserer Seite WHG-Beschichtung.
Wandbeschichtung und Farbgestaltung
Die Beschichtung von Wänden, Decken und Stützen in Tiefgaragen und Parkhäusern dient nicht nur dem Schutz der Bausubstanz, sondern verbessert auch die Nutzungsqualität erheblich. Helle Wandfarben erhöhen die Lichtreflexion und reduzieren den Energiebedarf für die Beleuchtung. Farbliche Absetzungen erleichtern die Orientierung und Geschossunterscheidung. Eine gepflegte Optik steigert das Sicherheitsgefühl der Nutzer.
Untergrundvorbereitung – die Basis für jede Beschichtung
Keine Beschichtung kann besser sein als ihr Untergrund. Die fachgerechte Vorbereitung der Oberfläche ist der entscheidende Faktor für die Haltbarkeit jedes Systems. Wir setzen auf Kugelstrahlen für die gleichmäßige Aufrauung großer Bodenflächen, Fräsen zur Entfernung alter Beschichtungen und Unebenheiten, Hochdruckwasserstrahlen (HDW) für den selektiven Abtrag geschädigten Betons sowie Schleifen und Sandstrahlen für Feinarbeiten und spezielle Oberflächen.
Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach dem Untergrund, dem Schadensbild und dem vorgesehenen Beschichtungssystem. Wir beraten Sie gerne zur optimalen Vorgehensweise.
Unsere Referenzprojekte
Tiefgarage Caroline-Michaelis-Straße, Berlin – Über 10.000 m². OS 8 auf Stellplatzflächen, PMMA OS 10 auf Rampen, Wandbeschichtung mit Farbkonzept.
Tiefgarage Friedrichstraße, Berlin – 7.000 m² auf drei Ebenen. OS 8 Bodenbeschichtung, OS 10 auf Rampen, farbliche Neugestaltung.
Tiefgarage Am Markt, Lörrach – 5.300 m². OS 8 Beschichtung auf Stellplatzflächen nach HDW-Betonabtrag und Reprofilierung.
Tiefgarage Carnotstraße, Berlin – OS 11a auf Zwischendecken, OS 8 auf Bodenplatte. Kombination zweier Systeme für unterschiedliche Anforderungen.
Tiefgarage Wallstraße, Berlin – 4.000 m². OS 10 Rampensystem mit integrierter Rampenheizung.
Tiefgarage Chemnitz – Polyurea OS 10 System im Heißspritzverfahren, Spritzabdichtung.
Tiefgarage Diestelmeyerstraße, Berlin – Innovative Abdichtung mit fugenloser Spritzfolie.
Industrietürme, Brandenburg – Vollflächiges OS 5a Beschichtungssystem auf über 20 m Höhe.
Parkhaus Hugo-Heimann-Straße, Berlin – OS 8 Beschichtung auf sieben Parkebenen, neue Abdichtung der Freidecks.
Dorint Hotel, Mannheim – 10.000 m² Beschichtung in zehn Wochen Bauzeit.
Warum CSE Construction für Ihre Beschichtung?
Erfahrung mit allen gängigen Systemen – OS 2 bis OS 14, PMMA, Polyurea, Spritzfolie. RAL-Gütezeichen für Betoninstandhaltung – Qualitätsgarantie für Material und Verarbeitung. WHG-Fachbetrieb – zertifiziert für Beschichtungen nach Wasserhaushaltsgesetz. Eigene Ausrüstung für Kugelstrahlen, Fräsen und HDW – Untergrundvorbereitung und Beschichtung aus einer Hand. Bundesweite Einsatzfähigkeit mit über 100 Mitarbeitern.
Häufige Fragen zu Beschichtungssystemen
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Die Wahl hängt vom Bauteil und der Beanspruchung ab. Auf Bodenplatten mit geringer Rissneigung ist OS 8 das Standardsystem. Dort, wo Rissbewegungen auftreten können, kommt OS 10/11/14 zum Einsatz. Für Rampen und Bereiche mit kurzen Sperrzeiten empfehlen sich schnellhärtende Systeme. Wir beraten Sie gerne zur optimalen Lösung.
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Bei fachgerechter Ausführung und normaler Beanspruchung halten moderne Beschichtungssysteme oft 15 bis 25 Jahre oder länger. Entscheidend sind die Qualität der Untergrundvorbereitung, die Einhaltung der Verarbeitungsvorschriften und eine regelmäßige Wartung, insbesondere der Fugen und der Entwässerung.
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Epoxidharzsysteme bieten hohe chemische Beständigkeit und Abriebfestigkeit, benötigen aber meistens mehrere Tage Aushärtezeit. PMMA-Systeme härten in 1–2 Stunden aus und sind auch bei niedrigen Temperaturen verarbeitbar. Dafür sind PMMA-Systeme in der Regel teurer. Die Wahl richtet sich nach den Projektanforderungen, insbesondere nach den zulässigen Sperrzeiten.
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Die Kosten variieren je nach System und Untergrundvorbereitung. Wir erstellen Ihnen gerne ein individuelles Angebot.
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