Unser Team hat sich in Berlin an einer dreitägigen Anwenderschulung des CARBOrefit-Konsortiums weitergebildet. Thema: die Verstärkung von Stahlbeton mit Carbonbeton. Geregelt ist das Verfahren über die allgemeine Bauartgenehmigung Z-31.10-182 des DIBt. Für uns ist das ein konsequenter Schritt. CSE Construction steht für Betoninstandsetzung und Bauwerksschutz. Carbonbeton passt genau dort hinein, wo ein Tragwerk nicht nur geschützt, sondern auch wieder tragfähiger gemacht werden soll.
Was Carbonbeton kann
Bei Carbonbeton ersetzt ein Gitter aus Carbonfasern den klassischen Bewehrungsstahl. Der entscheidende Unterschied: Carbon korrodiert nicht. Beim Stahlbeton schützt eine ausreichend dicke Betondeckung die Bewehrung vor Korrosion. Diese Deckung entfällt teilweise beim Carbongitter. Die Einbettung in den Beton bleibt nötig, der Verbund macht die Tragwirkung.
Daraus ergeben sich konkrete Vorteile bei der Verstärkung bestehender Bauteile: schlanke Verstärkungsschichten von wenigen Zentimetern statt dicker Betonauflagen, geringeres zusätzliches Eigengewicht auf dem bestehenden Tragwerk, Materialeffizienz und der Erhalt der Konstruktion statt Abriss und Neubau. Carbon hat zudem eine deutlich höhere Zugfestigkeit als Stahl.
Warum eine Schulung notwendig ist
Carbonbeton darf nicht frei verarbeitet werden. Die Bauartgenehmigung verlangt einen Eignungsnachweis des ausführenden Betriebs. Die Anwenderschulung ist ein zentraler Bestandteil dieses Nachweises. Sie verbindet Theorie und Praxis über drei Tage und schließt mit einer Demonstrationsprüfung ab. In dieser Prüfung haben unsere Mitarbeiter den Umgang mit dem Carbongitter unter realen Bedingungen gezeigt. Die hergestellten Prüfkörper befinden sich aktuell in der Erhärtung. Im Anschluss werden sie im Labor ausgewertet. Auf dieser Grundlage entscheidet sich der weitere Weg zum Eignungsnachweis als CARBOrefit-Partner.
Was das für unsere Auftraggeber bedeutet
Mit Carbonbeton erweitern wir die Bandbreite an Lösungen, die wir Planern und Bauherren anbieten können. Wo bisher Instandsetzung und Schutz im Vordergrund standen, kommt die Option der schlanken Verstärkung hinzu. Das eröffnet Wege, Bauwerke länger und mit neuer Tragreserve zu nutzen, statt sie zu ersetzen.
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